. . . . . ... Die Landnahme der Alamannen . . . . . . Das Vordringen von Alamannen wird um 213 erstmalig erwähnt. Damals bringt es Caracalla noch fertig, am Rhein- Donau- Limes ihren Vormarsch aufzuhalten. Zwei Jahrzehnte später, 233/34 gelingt ihnen der erste Durchbruch. Im folgenden Angriff um 260 erobern die Stammeskrieger das sog. Dekumatland zwischen Rhein, Main und Donau. Zum Schutze des offenbar bis an die Grenze der Belastbarkeit strapazierten Limes errichten die Römer nun zusätzliche Kastelle und Befestigungen weiter im Hinterland, um den Angriffsdruck zu verteilen. Auch beginnen die Römer durch Entlastungsangriffe tief ins feindliche Gebiet hinein, bzw. durch die neue Kampfesweise der "exploratores" (Aufklärungs- und Stoßtruppen) die Grenze zu halten.
Die Kämpfe erreichten 352 einen Höhepunkt, als die Alamannen zusammen mit den Franken den Rhein überschritten und Gallien plünderten. Erst dem römischen Kaiser Julian gelang es in der Schlacht bei Straßburg 357 die A. zu schlagen und zurück zu drängen. Durch diesen Sieg wie auch die im folgenden durchgeführten Maßnahmen zur Grenzsicherung, besonders unter Kaiser Valentinian I. konnte die für Rom fatale Entwicklung eine Zeitlang aufgehalten werden. Valentinian ließ weitere Kastelle und Wachtürme (burgi) anlegen, welche z.T. mit prorömisch eingestellten Alamannen besetzt wurden.
Durch das Geschick Gratians konnten die Verträge mit den A. noch einmal erneuert werden (378). Die A. waren nun für eine Zeitlang Foederaten, jedenfalls die im Bereich des Limes siedelnden Gruppen. Aber bereits 430 mußte der römische Heermeister Aëtius wieder einen Angriff der alamannischen Juthungen zum Stehen bringen, welche nach Rätien eingefallen waren. Mit Aëtius, dem "letzten Römer" befinden wir uns in der letzten Phase des langen Ringens um den Erhalt des weströmischen Reiches.
Ab 470 erscheint der Alamanne Gibuld als Herrscher über das donauländische Gebiet bis Passau. Möglicherweise ist er mit dem dem alamannischen König Gebavultus identisch, der in der selben Zeit in Troyes residierte.
Das Siedlungsgebiet der Alamannen umfaßte damit eine beachtliche Kulturlandschaft, welche von Kelten und, was zumindest für den Schwarzwald anzunehmen ist, von Vorkelten bewohnt wurde. Es erstreckte sich vom
Lech bis über die Vogesen hinaus und von den Schweizer Alpen bis zum Neckargebiet.
Jedoch fand diese bemerkenswerte Expansion nach beinahe allen Himmelsrichtungen bald ihr Ende. Zunächst wurde der alamannische Vormarsch durch die Franken in der Schlacht bei Zülpich (um 480) aufgehalten. Kurze Zeit später errang Frankenkönig Chlodwig mit dem Sieg von 496 endgültig die Oberherrschaft über die A.
Noch war deren Selbstbehauptungswille nicht ganz erloschen, doch der zweite Triumph Chlodwigs im Jahre 506 und der Tod des namentlich nicht bekannten alamannischen Königs festigten das Machtverhältnis, welches von nun an zunächst in den Nordgebieten in der Führung durch den fränkischen Adel bestand.
Damit war die Phase der alemannischen Unabhängigkeit beendet. Doch auf anderen, eher kulturellen als politischen Gebieten blieb eine gewisse Selbständigkeit und besondere Ausstrahlungskraft erhalten.Photo aus der Landesausstellung
aktualisiert am 27.11.00
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