Einführung
Der Hintergrund des RomanwerkesDie Macht der Archetypen
zum ersten Zyklus
zum zweiten Zyklus
Fortsetzung und Stories
Zwei Reiche beherrschen das Universum seit dem Anbeginn der Schöpfung. Der Hof von Amber wirkt als Stellvertreter und Durchsetzungsmacht des Prinzips der Ordnung, welches sich im sog. "Muster" zu einer magischen Matrix von ungeheurer Macht ausgebildet hat. Die Ordnung wird symbolisch im Einhorn als göttlichem Vorfahr Ambers und als ihr Mittlerwesen dargestellt, kann sich aber auch als menschenähnliches Antlitz von großer Vollkommenheit manifestieren.
..... Die Amberiten haben das Aussehen und die Lebensart von Menschen, sind ihnen jedoch an Lebenszeit, Kraft und Vitalität ungeheuer überlegen. Sie entsprechen in vielen Aspekten dem Begriff des Übermenschen, wie er etwa von Nietzsche oder G.B.Shaw (Man and Superman) beschrieben wurde. Ihre Verhaltensweise, der Ehrenkodex und ihre Moral sind jedoch in mancher Hinsicht macchiavellistisch, man könnte sie auch als a-moralisch bezeichnen. Sie entsprechen in vieler Hinsicht den Menschen der Renaissance, genußfreudig, gebildet und doch verwegene Kämpfernaturen zugleich. Das Reiterstandbild des Colleoni von Verrocchio drückt diesen Typ des Condottiere (=Söldnerführer) zutreffend aus, welcher sich seinen Willen zum Gesetz macht.
Zu ihren Gunsten muß jedoch vorgebracht werden, daß ihre Handlungen und Ziele letztlich doch von Loyalität und sogar Liebe - oder der Sehnsucht danach - bestimmt werden, was nicht ganz so zum Bild der rauhen, hartgesottenen Machtmenschen paßt. Im Grunde sind die Amberprinzen Menschen, welche durch Selbsttäuschung und Verirrungen hindurch wieder zu ihrer eigentlichen Bestimmung finden.Eine Ausnahme bildet nur der Verräter Brand, welcher zu seinem eigenen Vorteil die Welt in ihrer bisherigen Form vernichten und mit sich selbst als Zentrum einer neuen Ordnung wieder errichten will. Dazu sucht er die Unterstützung der zeitlosen Feinde Ambers:
Die Höfe des Chaos liegen am entgegen gesetzten Ende, des Universums. Hier regieren die dämonengestaltigen Herren des Chaos. Ihr magisches Grundmuster und Machtpotential ist der schreckliche Logrus, ihre göttliche Symbolgestalt und Mittlerwesen ist die Schlange des Chaos. Die Wesen dieser Seite sind zur Gestaltwandlung fähig und können daher auch in Menschengestalt auftreten.Bei näherem Kennenlernen zeigt sich, daß die Chaositen auch sonst menschenähnlicher sind, als anfangs zu vermuten war, wie umgekehrt die "guten" Amberiten oft recht chaotische Verhaltensweisen an den Tag legen. Beides bedarf einander und beides ergänzt sich. Damit überwindet Zelazny auch die im Genre gängigen Klischees einer einseitigen Weltsicht, die sich lediglich in Begriffen von Schwarz-Weiß bzw. Gut - Böse ausdrückt.
Zwischen den beiden Polen liegen unzählige Schattenwelten, welche nur unvollkommene Spiegelungen der beiden Urbilder darstellen. Eine davon ist die von uns Menschen bewohnte Erde. Sie spielt in den Romanen eine wichtige Rolle, da sich die Amberiten gern hier aufhalten, ihre Kultur sehr schätzen (davon mehr im Artikel "Wo liegt Amber") und z.T. auch ihren Nachwuchs hier zur Ausbildung schicken.
zum Anfang dieser Seite aktualisiert am 01.10.04