Labyrinthe
Muster, Logrus und andre mehr ....
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Labyrinth- Meditation
Das dritte Muster und Geistrad


Das Muster von Amber wird als eine Art Labyrinth beschrieben, welches an das berühmte Bodenmuster von Chartres erinnert. Hier sind in der Mitte der Kathedrale helle Steinplatten in den Boden eingelassen, über welche ein Besucher auf verschlungenen Pfaden zum Mittelpunkt wandern kann.
...... Dort befindet sich die "Rose von Chartres" deren mystische Bedeutung wir hier nicht ausführlich erläutern, nur soviel: Sie steht für eine Form der Erleuchtung oder höheren Erkenntnis, welche nur über die Umwege und Mühen des eigenen Lebensweges erreicht werden kann, oder um beim Bild der Rose zu bleiben, ihre Schönheit kann nur genießen, wer auch die Dornen akzeptiert, die dazugehören. In den Blütenblättern der Rose selbst ist ebenfalls -mit etwas Phantasie -  ein Labyrinth zu sehen. 
Dieses bemerkenswerte Kunstwerk ist das ganze Jahr über mit Stühlen zugestellt; die etwas rigide Pfarrerschaft des Ortes hält offenbar nicht viel von ihren eigenen Traditionen. Nur einmal im Jahr werden die Stuhlreihen abgeräumt und unzählige Menschen kommen zu diesem Anlaß an den Ort und pilgern, viele barfuß, zur Rose. Diese Leute haben im Gegensatz zu den "studierten" Theologen eine Ahnung davon, welche geistigen Werte der Ort Chartres mit seinem Labyrinth vermitteln kann.
Was ist an einem Labyrinth so besonderes? Im Gegensatz zum sog. Irrgarten mit seinen verschlungenen Pfaden und Irrewegen kann man sich im klassischen Labyrinth garnicht verirren. Der Weg führt eigentlich immer geradeaus. Nicht das Verirren ist das Problem, sondern die Frage, wer dort auf uns wartet! Ein Ungeheuer? eine Prinzessin? ein Schatz? oder etwas viel Kostbareres: Die Begegnung mit mir selbst, mit der eigenen Seele? (vgl. J.L.Borges: Das Haus des Asterion)
Wer von Ängsten und Zweifeln geplagt diesen Weg entlang wandert, wird sich öfters wünschen, umkehren zu können. Aber das ist leider völlig unmöglich, denn das Labyrinth ist ein Symbol des Lebensweges, der Mensch kann nur vorwärts gehen und nicht zurück. Das Labyrinth erweist sich als sichtbar gewordene Linie der Zeit. Dieser Aspekt wird in den älteren Labyrinthmustern besonders deutlich, s. rechts.
Die Zeit selbst zwingt den Menschen, die Kammern und Gänge zu durchschreiten und als einzige Wahl bleibt ihm die Entscheidung, furchtlos oder verzagt voranzugehen. 
Insofern ist das Beschreiten des Labyrinths aus freiem Willen ein Wagnis, das nur Helden auf sich nehmen. Der Alltagsmensch wird zufrieden sein, wenn er Tag für Tag einen Schritt weiter kommt, er wird sich dem verworrenen Weg und seinen Kehren nicht bewußt aussetzen. Aber auch dieser ist unterwegs in einer Abfolge von Tagen und Nächten und auf ihn wartet ebenso in der Mitte  ein unbekanntes Gegenüber. zu diesem Thema finden Sie hier mehr (Knauth)
 
..... Auch die Durchschreitung des Musters von Amber kostet Kraft und gelingt nur den Berufenen. Sie ist risikoreich insofern, als sie den Menschen im Innersten verändert, d.h. auseinandernimmt und auf einer höheren Ebene wieder integriert. Hier - wie auch in seiner Beschreibung der Schatten nähert sich Zelazny der komplexen Zauberwelt des Anthropologen und Schamanen Carlos Castaneda. 
Übrigens wiederholt sich das Motiv des labyrinthischen Weges in Zelaznys Werk mehrfach, für meinen Geschmack etwas zu häufig: Das Schloß von Amber und die Höfe des Chaos sind ähnlich aufgebaut, die unbekannte Zone, welche Merlin und Jurt gemeinsam durchqueren und der Zugang zum Geistrad. Menschen, die mit sich selbst und ihrer Umwelt nicht im Reinen sind, oder zumindest die klare Absicht haben, mit sich und der Welt ins Reine zu kommen, können bei einer solchen Prozedur Schaden nehmen. Dies mag sich in negativen Wahrnehmungen während der Begehung des Musters ausdrücken, in einer psychischen Krise oder gar in einem seelischen Zusammenbruch. Ein abgewandeltes, aber inhaltlich sehr ähnliches Schamanen- Ritual, das Durchschreiten einer großen Spirale, heißt im Indianischen deshalb auch nicht ohne Grund  "Der kleine Tod".
Wir haben für unsere Seminar-Reihe "Eine Heilige Reise" die Ambervorlage  zu einer Meditation umgearbeitet, welche in Bewegung mit einer leisen Life-Musik im Hintergrund vollzogen wird, und zwar ganz so, wie es in der Originalvorlage beschrieben ist: Man geht langsam hinein und schreitet Bogen für Bogen, bis man in der mystischen Mitte angelangt ist. Zur Verstärkung des psychologischen Effektes wird in manchen Semianren das Muster von Chartres auf dem Boden aufgeklebt (etwa 5 auf 4 m).   Zur Meditation hier

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zum Anfang dieser Seite © Copyright W.D.-Heller aktualisiert am 01.04.01